Jan Tschichold stellt im »Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel« (9.8.1930) eine Schrift vor, die »ohne Vorkenntnisse von jedermann herstellbar« sei:
»Man zeichnet auf farbiges Papier oder Karton ein Netz aus Quadraten und trägt darauf die Buchstaben nach der Vorlage ein. (Man benützt zweckmäßig die Rückseite des Papiers und zeichnet die Buchstaben spiegelverkehrt. Damit spart man die Beseitigung der Hilfslinien.) Dann ausschneiden und rhythmisch montieren. (Gleichmaß der Wörter entsteht nicht durch gleiche lineare Distanz der Buchstaben: in dem Worte SIRIUS z.B. müßten SI und US dichter zusammenstehen. Auch erlaubte die Netzeinteilung keine rhythmische Ordnung der ABC-Folgen.) Kleinbuchstaben sind besser zu lesen und schneller herzustellen, daher den Großbuchstaben vorzuziehen.«
Die Schrift wurde auf Anfrage im Forum >typografie.info digitalisiert und erweitert. Neben der Originalschrift (Bold) sind 6 weitere Gewichte (Bold, Semibold, Regular und Semilight, Light, Hair) entstanden. Die Opentype-Fonts verfügen über einen Zeichensatz für Westeuropa (Latin-1), Kapitälchen, kontextsensitive Buchstabenvarianten und einen "Authentizitätsmodus" mit Originalformen von Tschichold.
Der neue Name setzt sich zusammen aus Jan Tschicholds »Kampfname« Iwan sowie der rätoromanischen Entsprechung zu »nagelneu«, auf Vorschlag des Ideengebers zur Digitalisierung aus Graubünden.
Schriftmuster ansehen
erhältlich bei fonts.info


